(Schlegels Unterschrift) (Unterschrift von Friedrich Schlegel)

Edition

Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe (KFSA)

Die Überlieferungslage des umfangreichen und komplexen Werkes Friedrich Schlegels war über lange Jahre mehr als unbefriedigend, da zahlreiche Kerntexte der deutschen und europäischen Romantik aus der Feder Schlegels für lange Zeit nur in Sammelbänden oder in verstreuten Einzelausgaben (vielfach älteren Datums) greifbar waren. Neben Friedrich Schlegels publiziertes Werk, das häufig nur in Teilen erfasst und auf bestimmte Einzelaspekte seines vielschichtigen Schaffens fokussiert aufbereitet wurde, tritt sein umfangreicher und (z.T.) weit verstreuter handschriftlicher Nachlass – unter anderem mehrere hundert Notizhefte mit Gedanken und Aufsätzen zu unterschiedlichsten wissenschaftlichen Feldern – der bis heute erst in Teilen der akademischen Öffentlichkeit zugänglich ist. Es liegt zudem bislang keine verlässliche und vollständige Ausgabe der Briefe von und an Dorothea und Friedrich Schlegel vor. Zwar gibt es eine Reihe von Ausgaben einzelner Briefwechsel, aber keine Ausgabe, die alle erhaltenen Briefwechsel umfasst.

Abhilfe soll eine vor nunmehr einem halben Jahrhundert begonnene Edition schaffen: Die kritische Ausgabe der Werke Friedrich Schlegels, die beim Schöningh-Verlag erscheint und zur Subskription steht, wurde 1958 von Ernst Behler unter Mitwirkung von Jean-Jacques Anstett und Hans Eichner begonnen und von Andreas Arndt fortgesetzt. Von den geplanten 35 Bänden sind inzwischen 28 erschienen. Die Unternehmung, die durch den Tod des ersten Hauptherausgebers, Ernst Behler, im Jahre 1997 ins Stocken geraten ist, harrt dringend ihres Abschlusses.

Die Ausgabe war ursprünglich auf zwei Abteilungen in 22 Bänden geplant; wenig später entschieden jedoch Herausgeber und Verleger, die KFSA um zwei Abteilungen zu erweitern, in denen sämtliche Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel sowie die von beiden vorgenommenen Editionen und Übersetzungen erschlossen werden sollten.
Die erste und zweite Abteilung der KFSA liegen nunmehr in Gänze vor (I. Abteilung: Kritische Neuausgabe (10 Bde.), II. Abteilung: Nachgelassene Werke (12 Bde., Bd. 15 in 2 Teilen), aus der IV. Abteilung (Editionen etc.) sind bisher zwei von drei geplanten Bänden gedruckt. Von den geplanten 10 Bänden der III. Abteilung, die den Briefwechsel erfasst, sind lediglich vier erschienen (Bd. 23, 24, 29, 30), Bd. 25 steht kurz vor dem Abschluss; für alle weiteren Bände existieren bislang nur Vorarbeiten. Vordringlich ist also die Herausgabe von fünf Bänden der Abteilung III, die die Briefe von und an Dorothea und Friedrich Schlegel enthält.

2007 wurde die Hauptherausgeberschaft der KFSA an Prof. Dr. Ulrich Breuer übergeben, der die Arbeit – unter Würdigung seiner Vorgänger und in Kooperation mit weiteren Experten auf dem Gebiet der Schlegel-Edition und Schlegel-Forschung – fortzusetzen und voranzutreiben beabsichtigt. Zu diesem Zweck konnte auch (durch Förderung der Thyssen-Stiftung) in Mainz eine „Arbeitsstelle Schlegel-Edition“ eingerichtet werden, die sich zunächst den noch ausstehenden Briefbänden widmet und die systematische Suche nach den über Europa verstreuten Briefen von und an Friedrich und Dorothea Schlegel unter Zuhilfenahme zeitgemäßer digitaler Reproduktionstechniken leisten soll.

Die Editionsforschung hat gegen die bislang vorliegenden Briefbände der KFSA den Vorwurf erhoben, sie seien nicht strikt nach den Quellen gearbeitet. Für die Fortsetzung der Ausgabe ist es daher notwendig, den genannten Vorwurf zu überprüfen und ihm gegebenenfalls bei der Herausgabe der verbleibenden Briefbände zu begegnen. Da nicht mehr rekonstruiert werden kann, nach welchen Prinzipien Ernst Behler nach den Originalbriefen (bzw. den ihnen am nächsten stehenden alternativen Quellen) gesucht hat, müssen die Textzeugen nun systematisch gesucht, digital faksimiliert und den zukünftigen Herausgebern der Einzelbände zur Verfügung gestellt werden. Es gibt Gründe zu der Hoffnung, dass als ein Nebeneffekt dieser Arbeit bislang unveröffentlichte Schriften Friedrich Schlegels gefunden werden, die dann Eingang in die Supplementbände der Ausgabe finden sollen.


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Aktuelles

Wie romantisch ist die Neuromantik? 

Fünfte Jahrestagung der Friedrich Schlegel-Gesellschaft vom 27. bis 28. April 2017 

Organisation: Ulrich Breuer (Mainz), Nikolaus Wegmann (Princeton) 

Tagungsort: Deutsches Literaturarchiv Marbach, Schillerhöhe 8-10, 71672 Marbach am Neckar


Neuerscheinung

Der Band

Winfried Eckel/Nikolaus Wegmann (Hg.):

»Figuren der Konversion. Friedrich Schlegels Übertritt zum Katholizismus im Kontext«. Paderborn u.a.: Schöningh 2014

kombiniert literatur- und kulturwissenschaftliche mit sozialgeschichtlichen, soziologischen und theologischen Perspektiven auf Friedrich Schlegels Konversion im Jahr 1808. Die innovativen Lektüren verfolgen das Ziel einer umfassenden Kontextualisierung des Übertritts zum Katholizismus, der sich in Schlegels Schriften um die Jahrhundertwende vorbereitet findet.

Flyer